10. Spieltag 25.11. Grenzach - DJK
95 Tore beim Auswärtssieg
TV Grenzach – DJK Singen 45:50 (21:24)
In einer rekordverdächtigen Partie holten sich die Bären beim 45:50 nicht nur beide Punkte, sondern auch die Aufmerksamkeit der Liga. 95 Tore in einem Handballspiel das eigentlich nur 60 Minuten geht. Hatten die Bären zuvor in fremder Halle nur ein Unentschieden erreichen können, war das Ergebnis einerseits überraschend, andererseits gegen den Tabellenvorletzten auch knapp. Die Singener lagen ab der 15. Minute ständig in Führung, der Sieg kämpferisch und spieltechnisch verdient, dennoch gelang es der Mannschaft von Adolf Frombach nie sich deutlicher vom Gastgeber abzusetzen. Grenzach nahm Soos und Reck von der ersten Sekunde an in Manndeckung, schaffte damit aber Platz für Regisseur Jens Reuschel und seine Anspiele auf die Außen- und Kreisspieler, die in jedem Angriff die Tore vorlegten. 45 Gegentreffen sind zwar auch kein Normalfall, aber eine schwache Schiedsrichterleistung sorgte dafür, dass sich die Grenzacher immer wieder erfolgreich gegen die Singener Abwehr durchsetzen konnten und mit vielen diskussionswürdigen Treffern den Anschluss hielten. Markus Reck behielt es sich vor den 50. Treffer kurz vor Schluss für die DJK zu erzielen. Der lang ersehnte Auswärtssieg war damit geschafft.

Auswärtssieg!
DJK Singen knackt die 50-Tore-Marke
Handball-Altmeister Bernhard Kempa ließ mit seiner Anregung, doch über einen größeren Umfang des Spielgeräts nachzudenken, die Mühen erkennen, die manch altgedienter Recke in Sachen Identifikation mit der inzwischen praktizierten Form des Handballs hat; der TV Grenzach und die DJK Singen lieferten beim 45:50 Anschauungsunterricht. "Auswärts hat man oftmals nur die Alternativen, eine Partie zu verlieren oder sie im Angriff zu gewinnen", sagte DJK-Coach Adolf Frombach. "Man hat uns immer vorgeworfen, unser Spiel würde lediglich auf den Schultern von Markus Reck und Gabor Soos ruhen. Ich glaube in dieser Hinsicht hat die Mannschaft heute eine deutliche Antwort gegeben", lobte Frombach. Praktisch keine Fehlabschlüsse durfte sich der leisten, der diese Begegnung gewinnen wollte und so gingen beim 21:24 beide Mannschaften mit einem Spielstand in die Pause, welcher Kempa in seiner aktiven Zeit zum Endstand gereicht hätte.
"Einen größeren Abstand als sechs Tore haben wir nicht herausschießen können", verwies Frombach darauf, wie schnell ein solches Polster auch hätte schmelzen können. Der Trainer bedankte sich bei den zahlreich mitgereisten Zuschauern: "Das war schon eine fantastische Atmosphäre. Zuerst die Unterstützung von den Rängen und dann die Art, wie sie diesen Sieg gefeiert haben." Es war deutlich, wie stolz der Singener Coach auf diesen ersten DJK-Sieg in fremder Halle seit knapp zwei Jahren war.
DJK Singen: Sermek, Zimmermann (Tor); Bechtold (2), Bruderhofer, Koob, Kurz (8), Müschke, Mink, Reck (8/2), Reuschel (6), Schmidt (8), Soos (12/2), Wiest (6).
Quelle Südkurier (uh)
Interview mit Adolf Frombach
95 Tore in einem Handballspiel - Zufall oder gewollt?
Das ist mein Stil. Meine Devise ist: Handball wird auf Tore gespielt. Am Anfang der Meisterschaft hatten wir Probleme mit der Effizienz, jetzt sind wir die erfolgreichste Mannschaft im Angriff.
Ist das die ganz spezielle Frombach-Philosophie?
Ja klar, ich habe mit einer A-Jugend auch schon 71 Tore gemacht. Dass eine meiner Mannschaften mehr als 40 Tore erzielt, ist ja kein Problem, nichts Einzigartiges. Manche sind zufrieden bei einem 20:15 oder einem 15:10 - bei mir ist auch ein 50:45 in Ordnung. Dennoch werden wir in Zukunft was für die Abwehr tun.
Wann haben Sie gemerkt, dass Sie in Grenzach die Abwehr für den Angriff opfern müssen?
Schon recht früh, wir haben im organisierten Angriff nie länger als 15 oder 20 Sekunden gebraucht. In der Defensive lief viel über 1:1-Situationen. Da haben wir gesagt: Das machen wir mit, so weit wir können. Bei der Schiedsrichter-Auslegung war das das einzige strategische Mittel.
Bekommen die DJK-Fans künftig häufiger Schützenfeste zu sehen?
Ich hoffe schon. Es kann aber natürlich nicht laufend so sein. So ein Resultat hängt von drei Faktoren ab: von der eigenen Mannschaft, dem Gegner und der Auslegung der Schiedsrichter.
Die Fragen stellte Ingo Feiertag Südkurier
TV Grenzach - DJK Singen
Einen weiteren Versuch, nach dem Unentschieden zum Auftakt in Kenzingen, in fremder Halle zu punkten, unternehmen die DJK-Bären am Samstagabend um 19 Uhr in der Grenzacher Sporthalle Zielmatten. Der Tabellenvorletzte TV Grenzach erwartet die Schützlinge von Trainer Adolf Frombach, dem nicht recht wohl beim Gedanken an die anstehende Aufgabe scheint. "Eine Mannschaft, die körperlich sehr sehr hart spielt und von ihrer kämpferischen Einstellung lebt", fordert er von seiner Sieben Köpfchen und ruhig Blut beim Vergleich am Samstag.
"Schon allein physisch können wir nur über den Kampf gegen solche Mannschaften nicht mithalten. Da müssen wir spieltechnisch überzeugen", setzt Frombach dabei sowohl auf ein Unparteiischengespann, welches Härte lediglich in regelkonformen Rahmen toleriert als auch auf die Leistung seiner beiden Torhüter. "Bernd Zimmermann und Martin Sermek hielten in der vergangenen Partie eine Quote von rund 50% der aufs Tor gekommenen Bälle, das war gut für unser Spiel", unterstreicht er unter Verweis auf die bisherigen Ergebnisse der Gastgeber nochmals auf die Wichtigkeit, nicht zu viele einfache Gegentreffer zu kassieren. Denn sowohl die DJK Singen als auch der TV Grenzach offenbarten im Saisonverlauf Probleme, sofern es nicht gelang, mehr als dreißig Tore zu erzielen. Vor allem die 23:40-Niederlage des TV Grenzach vor Wochenfrist in Durmersheim ist in dieser Hinsicht aufschlussreich, nachdem der Tabellenführer zur Pause lediglich mit 17:13 geführt hatte.
Quelle Südkurier (uh)





