Trainerwechsel bei der DJK kurz vor Saisonstart

Eck ist weg - Frombach kommt

19.09.2006 - Wenige Tage vor Rundenbeginn in der Handball-Südbadenliga gab es bei der DJK Singen einen Trainerwechsel. Der bisherige Coach Helmut Eck, der, so die offizielle Formulierung, "die Mannschaft nicht mehr erreicht hat", macht Platz für das Konstanzer Handball-Urgestein Adolf Frombach, der schon heute das Training übernimmt.
Wie ein Paukenschlag klang, was Rudi Stehle, Abteilungsleiter bei den Singener Handballern am späten gestrigen Abend per Mobiltelefon verkündete: Ab sofort übernimmt Adolf Frombach Training und Betreuung der vergangene Saison aus der Oberliga Baden-Württemberg abgestiegenen "Bären".
Helmut Eck, der am Samstagabend die Mannschaft noch beim 30:34-Pokal-Aus in Weil betreut hatte, war für eine Stellungnahme am gestrigen Abend leider nicht mehr zu erreichen. Aus Kreisen der DJK-Vorstandschaft war jedoch zu hören, Helmut Eck habe um die Auflösung des Vertrags gebeten, "weil er die Mannschaft nicht mehr erreicht habe". Eck hatte die Mannschaft erst nach der vergangenen Saison übernommen.
"Das war natürlich eine schwierige Situation für uns so kurz vor Rundenbeginn", sagte Rudi Stehle, der 1. Vorsitzende der DJK Singen, gestern Abend dem SÜDKURIER, nachdem nach insgesamt zwei Gesprächsrunden eine Einigung mit Adolf Frombach erzielt werden konnte. "Wir mussten natürlich schnell handeln", so Stehle, "haben aber mit Adolf Frombach keine Notlösung, sondern eine für die Zukunft gefunden".
Bereits am kommenden Wochenende, beim auswärts statt findenden Saisonauftakt beim letztjährigen Tabellendritten, dem TB Kenzingen, wird Adolf Frombach als Mannschaftsverantwortlicher auf der Bank sitzen.
Keine leichte Aufgabe für den Handball-Routinier, nachdem der TB Kenzingen mit der Verpflichtung eines 20-jährigen Linkshänders im rechten Rückraum schon im Vorfeld seine Meisterschaftsambitionen unterstrich. Bislang hatte Adolf Frombach mehrere Jugendmannschaften der HSG Konstanz unter seinen Fittichen und war zuvor lange Jahre Cheftrainer der ersten Mannschaft in der 2. Bundesliga und der Regionalliga.
Autor: Ulrich Haaff und Markus Waibel SÜDKURIER

 

Frombach übernimmt das DJK-Ruder

20.09.2006 - Vor dem ersten Ballkontakt in der neuen Saison der Handball-Südbadenliga sorgt die DJK Singen bereits für Turbulenzen: Trainer Helmut Eck warf das Handtuch. Sein Nachfolger ist per Handschlag seit Montagabend Adolf Frombach. "Frombach ist ein Glücksgriff für die DJK", zollt Helmut Eck seinem Nachfolger Respekt. Für den 56-Jährigen war das Projekt "DJK Singen" bereits in der Vorbereitungsphase vor zwei Wochen erledigt. "Ich konnte keine Akzente setzen, habe die Mannschaft nicht mehr erreicht", erklärte Eck. Dazu kam die enorme zeitliche Belastung für den Trainerjob. "Ich habÕs probiert und bin gescheitert", gibt Helmut Eck unumwunden zu. Der kollegiale Stil habe bei der Mannschaft nicht gefruchtet - "es hat einfach nicht gepasst". Für Eck ist es wichtig, das er sein Scheitern ehrlich eingestehen und die Geschichte sachlich und ordentlich zu Ende bringen konnte. Nun wird mit Adolf Frombach ein Handballlehrer der alten Schule das DJK-Ruder übernehmen und versuchen, die "Bären" auf Erfolgskurs zu bringen. Ihm eilt nicht unbedingt der Ruf des feinfühligen Seelenpflegers voraus, doch auf eines können sich Spieler wie DJK-Funktionäre verlassen: "Ich werde mein Bestes geben", betont der 65-Jährige mit Überzeugung. Er werde die DJKler nicht wie Profis behandeln, sondern möchte, dass man zum Team zusammen wächst. Frombach sieht in der jungen Singener Mannschaft genügend Potenzial, das erfolgreich freigesetzt werden kann. "Ich will keine Revolution sondern die Mannschaft voran bringen", betont der Handballlehrer, der bei der HSG Konstanz in der 2. Bundesliga Erfolge feierte. Seine fachliche Kompetenz ist ebenso unbestritten wie seine akribische Arbeitsweise und seine Begeisterung für den Handballsport. Das erste Mal wird Adolf Frombach am Samstag auf der DJK-Bank sitzen, wenn es zum Auftakt auswärts gegen Kenzingen geht. Der DJK-Kader hat sechs Abgänge zu verzeichnen, zurück im Team sind wieder Jens Reuschel und Michael Kurz. Neben den Routiniers Soos, Reck und Sermek im Tor vervollständigen die Youngsters Stefan Wiest, Dominik Domin, Sascha Kob, Stefan Müschke und Stefan Bruderhofer die DJK-Mannschaft.
Autor:Ute Mucha SINGENER WOCHENBLATT

 

Zurück in die Zukunft?

Adolf Frombach hat sich mit der DJK Singen einiges vorgenommen
20.06.06 - Adolf Frombach ist neuer Trainer der DJK Singen in der Handball-Südbadenliga. Nachdem er in den vergangenen Jahren die HSG Konstant bis in die 2. Bundesliga geführt hatte und zuletzt als Jugendtrainer beim Regionalligisten im Einsatz war, sucht er jetzt im Hegau eine neue Herausforderung.
Was sind Ihre sportlichen Ziele mit der DJK Singen?
Dazu muss ich folgendes erklären: Wir haben uns nicht festgelegt, wie lange ich in Singen bleibe. Mein Wunsch ist es, längerfristig zu bleiben, um etwas aufzubauen. Dazu benötige ich aber mehr als ein Jahr. Eine sportliche Zielsetzung für diese Saison möchte ich momentan noch nicht festlegen.
Warum nicht?
Dazu ist der Informationsfluss noch zu gering. Ich muss mir erst einmal über die Singener Mannschaft ein Bild machen, auch wenn ich die meisten Spieler bereits kenne. Das reicht aber nicht. Ich brauche dann die Informationen über alle Mannschaften der Südbadenliga. Ein Ziel kann ich daher erst nach vier oder fünf Spielen setzen. Wenn die Zusammenarbeit längerfristig wird, ist meine Zielsetzung klar: Dann will ich Singen dahin bringen, wohin ich vor einigen Jahren die HSG Konstanz gebracht habe.
Das wäre dann die 2. Bundesliga.
Ich meine damit zunächst einmal nur nach oben. Konstanz war ja auch in der Ober- und Regionalliga. Wohin die Reise genau geht, hängt ja nicht nur von mir ab. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Von der 2. Bundesliga zu sprechen, wäre momentan sicherlich vermessen. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes geben
Ihr Vorgänger hat seinen Posten ohne ein Ligaspiel bestritten zu haben abgegeben. Kennen Sie die Hintergründe?
Dazu will ich nichts sagen. Ich fange jetzt bei einem Punkt null an. Was war, das geht mich nichts an. Ich werde jetzt auch nicht alles anders machen als meine Vorgänger. Einiges ja, aber nicht alles. Es wird keinen Umsturz geben.
Sie waren die vergangenen Jahre Jugendtrainer bei der HSG Konstanz. Werden Sie dieses Amt weiter ausüben?
Klar. Ich bin zufrieden, bin jetzt wieder ausgelastet. Ich hatte ja viele Angebote in der Vergangenheit, allerdings wollte ich in der Region bleiben. Jetzt freue ich mich wieder, in den aktiven Handball einzugreifen.
Wird es für Sie eine Umstellung sein, statt mit Kinder-und Jugendlichen jetzt wieder im Aktivbereich zu agieren?
Das ist für mich keine Umstellung. Ich kenne mich im Handball aus. Ich bin ein Profi, habe mein Leben lang im Handball gearbeitet, mal mit Jugend-, mal mit Aktivmannschaften. Ich bin Handball-Trainer und Handball-Lehrer. Natürlich ist Singen eine neue Herausforderung, auf die ich mich sehr freue. Das ist eine sehr junge Mannschaft. Talente zu formen, zu verbessern - das ist meine Spezialität.
Mit der DJK Singen, dem TuS Steißlingen und dem TV Ehingen sind drei Hegauer Teams in der Südbadenliga mit dabei. Messen Sie den Spielen gegen die Nachbarclubs eine besondere Bedeutung bei?
Man muss das schon richtig einordnen. Das sind Derbys. Da kommen sehr viele Zuschauer mit Ansprüchen. Daher haben diese Spiele eine gewisse Priorität. Aber nur im sportlichen Bereich, nicht darüber hinaus. Die Fairness muss stimmen, auch bei diesen emotionalen Spielen.
Interview von DIRK SALZMANN SÜDKURIER

 

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