SÜDKURIER-Interview mit Adolf Frombach

"Ich hege keinen Groll"

Adolf Frombach  ist nach drei Jahren nicht mehr Chefcoach der Bären

Adolf Frombach ist nicht mehr Trainer des Handball-Südbadenligisten DJK Singen. Frombach hat jedoch weiterhin die A-, B- und C-Jugend des Vereins unter sich, während die Aktiven nun von Michael Patulea trainiert werden. Der SÜDKURIER sprach mit Frombach über die Gründe für seine Ablösung.

Herr Frombach, geht es Ihnen nicht gut?

Doch, doch, mir geht's gut. Wieso?

In der offiziellen Mitteilung des Vereins zum Trainerwechsel heißt es schließlich, dass Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Trainer der ersten Mannschaft sind.

Es ist schon so, dass ich seit längerem etwas Probleme habe. Die vergangene Saison in der Südbadenliga mit dem Abstiegskampf war eine erhebliche nervliche Belastung für mich. Deshalb haben wir uns zusammengesetzt und gemeinsam eine Lösung gefunden. Ich konzentriere mich nun auf meine Arbeit im Jugendbereich.

Sie fühlen sich also nicht zurückgestuft vom Verein?

Nein, nein. Das wurde alles in gegenseitigem Einvernehmen beschlossen. Ich hege keinen Groll gegen den Verein. Im Trainergeschäft erlebt man halt 50 Prozent schöne Dinge und 50 Prozent weniger schöne. Wenn man jetzt die weniger schönen Dinge überbewertet, wird man hasserfüllt. Und ganz ehrlich: Für mich wäre es sehr schwer geworden, mit der jetzigen ersten Mannschaft nach den vielen Abgängen in die

neue Südbadenliga-Saison zu gehen. Ich leide nicht an übertriebenem Ehrgeiz, unbedingt eine Südbadenliga-Mannschaft trainieren zu müssen. Die Liga spielt für mich nicht mehr die tragende Rolle. Das Wichtigste ist der Handball - und natürlich die Spieler.

Einige Spieler seien allerdings mit Ihnen nicht mehr klargekommen in der vergangenen Saison. Ist da was dran und war das mit ein Grund für den Wechsel?

Ich habe sehr viel Erfahrung im Handball-Geschäft, war bei insgesamt 22 Vereinen als Spieler und Trainer und habe nun insgesamt 3526 Spiele von der Bande aus geleitet. Glauben Sie mir: Eine Mannschaft, in der alle Spieler einmütig hinter dem Trainer stehen, gibt es nicht. Aber es gab keine offene Rebellion oder so. Ich glaube nicht, dass das in irgendeiner Weise eine Rolle gespielt hat. Es ist einfach nur so, dass der Schwerpunkt meiner Tätigkeit sich zur Jugend hin verschoben hat. Und mit dieser Lösung kann ich sehr gut leben.

Ihr Nachfolger bei der Südbadenliga-Mannschaft wird Michael Patulea. Was können Sie über ihn sagen?

Ich kenne ihn nicht gut genug, um ihn zu beurteilen, abgesehen davon, dass es nicht meine Art ist, Kollegen zu bewerten. Ich werde auf alle Fälle mit ihm zusammenarbeiten und drücke ihm die Daumen, dass er keine Probleme mit dem Klassenerhalt bekommen wird. Auch in meinem eigenen Interesse: Meine A-Jugend-Spieler brauchen schließlich eine Perspektive -und die bietet nur eine höherklassige Aktiven-Mannschaft.

DIE FRAGEN STELLTE MARKUS WAIBEL, Südkurier, 14.07.09

 

Impressum

  |  

Kontakt

  |  

Impressum

  |  

Kontakt

  |  

Sie sind hier:  >> Archiv  >> Saison 2009/2010  >> Berichte 2009/10