Spielberichte Damen I - Bezirksklasse
Duell der Landesliga-Absteiger zum Saison-Auftakt
DJK Singen – TV Pfullendorf 23:22 (11:12)
11.10.2011
Die Vorzeichen standen gut: Hochkarätige Spielertransfers, eine weitestgehend verletzungsfreie, effektive Vorbereitung und Siege bei diversen hochdotierten Vorbereitungsturnieren, Expansion des ohnehin schon konkurrenzlosen Sponsoren-Pools, Dauerkarten-Nachfrage in Rekordhöhe...aber genug vom THW Kiel.
Mit Spannung erwartet starteten auch die Singener Damen an diesem Wochenende in die neue Saison - einer Saison voller Fragezeichen. Einige Stammspielerinnen der letzten Jahre verließen das Team - Ersatz wurde in der 2. Damenmannschaft und der Jugendabteilung gefunden. Inwiefern diese neue Kombination spielerisch harmonieren würde und vom neuen Trainer Waldemar Kozlowski zu einer funktionierenden Einheit geformt wurde, war jedoch ungewiss. Würde die Harmonie in der Mannschaft leiden, sollte es zu einem ähnlich desolaten Start wie in die vorherige Spielzeit kommen? Gravierender jedoch: wie würde die Mannschaft mental auf eventuell eintretende Siege reagieren? Eine doppelte Punkteausbeute lag schließlich so lange zurück, dass insbesondere viele der jüngeren Spielerinnen heute noch ungläubig den Kopf schütteln und gebannt lauschen, wenn das erfahrene Stammpersonal von solchen Begebenheiten berichtet.
Der geneigte Damenhandball-Liebhaber wurde jedoch eher sekundär von dieser Ungewissheit in die Halle getrieben - in erster Linie wollte man harten, schnellen Sport an der Grenze der sportlichen Legalität erleben: das Festival der Roten Karten aus den letztjährigen Aufeinandertreffen war noch in gutem Gedächtnis. Um es vorweg zu nehmen: Freunde des Ultimate Fighting kamen diesmal nur phasenweise auf ihre Kosten, aber Ballett ist anders...
Die Damen des TV Pfullendorf legten ihre Unsicherheit schneller ab und kamen verdient zu ersten Torerfolgen. Singen biss sich zunächst an der gut gestaffelten Defensive die Zähne aus, lief schon zu Beginn einem 3-Tore-Rückstand hinterher und fand nur mühsam ins Spiel. Die Singener Zuschauer fühlten sich bereits unangenehm an vergangene, mäßig erfolgreiche Heimspiele erinnert. Gekrönt wurde dieser sportliche Leckerbissen durch ein hohes Maß horizontalen Feldaufenthalts infolge versteckter Fouls (welche, ein höheres Tempo vorausgesetzt, mit Sicherheit zu Verletzungen hätten führen können…) und entsprechend hochfrequenten, gegenseitigen Missfallensbekundungen beider Teams.
Da jedoch auch Pfullendorf einige Konzentrationsschwächen offenbarte und früh verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen hatte, was dazu führte, dass sich Pfullendorfs Torhüterin urplötzlich in der Rolle der Kreisläuferin wiederfand und auch Torjägerqualitäten beweisen konnte, entwickelte sich bis zur Halbzeitpause ein Spiel auf Augenhöhe.
Singens Trainer schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Blitzkriegartig folgte nach Wiederanpfiff Angriff auf Angriff und man konnte die Führung erobern. Diese zu verteidigen fiel allerdings schwer. Die Gegnerinnen egalisierten den Spielstand ein ums andere Mal und ließen sich nicht abschütteln. Aus einer imaginären Quasi-Roten-Karte (die genaue Bezeichnung dieser laut gegenwärtigem Regelbuch einmaligen Begebenheit war bei Berichtsverfassung nicht bekannt) resultierte eine Umstellung auf eine offensive Abwehr. Durch eine konzentrierte, geschlossene Mannschaftsleistung in den letzten zehn Minuten des Spiels gelang es schließlich einen Vorsprung zu erarbeiten, der vom Kontrahenten nicht mehr eingeholt werden konnte.
Nun wissen auch die jüngeren Spielerinnen, wie es sich anfühlt ein Spiel zu gewinnen. Sollte die Mannschaft in dieser Saison etwas konstanter auftreten und vom Verletzungspech verschont bleiben, dürfte dies nicht der letzte Sieg gewesen sein. An dieser Stelle wünschen wir auch den verletzt ausgewechselten Spielerinnen der gegnerischen Mannschaft eine schnelle Genesung!



