Dreikönigturnier 2011

Steaua Bukarest und die Nationalmannschaft der UDSSR 1977 zu Gast in der Münchriedhalle gegen eine Auwahl der DJK (rechts), die am Ende Platz 3 belegte.

 

Große Zeiten in der Münchriedhalle

Mit großer Sehnsucht wartete man 1971 auf die Errichtung der Münchried-Sporthalle: Das Friedrich-Wöhler-Gymnasium hatte kurze Zeit zuvor seinen Betrieb als zweites Gymnasium in Singen aufgenommen, es fehlte an einer dringend erforderlichen Sporthalle. Die Handballer der DJK Singen strebten nach hohen Zielen, die Heimspiele konnten nur aufgrund des Entgegenkommens der Gemeinde Gottmadingen in der Region um Singen ausgetragen werden.

Dann wurde aus dem Wunschtraum nach einer sportgerechten Sporthalle Wirklichkeit. Die Schule und der Vereinssport jubelten. Bei der DJK spielte man in der höchsten südbadischen Spielklasse, man kümmerte sich aber auch durch die seit Jahren bestehenden internationalen Kontakte um die Creme des Handballsports, die Nationalmannschaften aus der UdSSR, Rumänien, Dänemark, Schweiz, um nur einige wenige zu nennen, standen sich bei den ins Leben gerufenen Neujahrsturnieren mit Vereinsteams wie Gummersbach, Göppingen, Moskau oder Bukarest gegenüber. Bis Mitte der achtziger Jahre gab es fast alljährlich diesen handballsportlichen Leckerbissen in einer bis auf den letzten Platz besetzten Münchried-Sporthalle. Noch heute erinnert man sich an die DJK-Spiele gegen Frisch Auf Göppingen, als der agile Kreisspieler Karl-Heinz Kech gegen die Schwaben in der Schlussphase einen tollen Treffer setzte, der mehrfache Europacup-Gewinner eine Niederlage einstecken musste. In bester Erinnerung ist auch noch das Match gegen Olympia-Teilnehmer Tunesien, als der schlaksige Josef Gebs wenige Sekunden vor dem Schlusspfiff die Akfrikaner auf die Verliererstraße brachte und die DJK mit einem Tor Vorsprung unter dem Beifall der begeisterten Zuschauer einen weiteren Sieg gegen einen Großen landete. Die absoluten Top-Handballer, die heute gleich mehrfach als Nationaltrainer tätig sind, sind noch auf der internationalen Bühne tätig. Wladimir Maksimov (UdSSR) die Rumänen Georghe Gruia oder Cristian Gatu oder Hansi Schmidt mit den beiden Brand-Brüdern (Heiner ist heute Bundestrainer beim Deutschen Handball) sorgten neben vielen anderen Akteuren für Weltklasse-Handball.

Dann kam das Ende: Die internationalen Teams hatten immer mehr Verpflichtungen, an einem mit schwächeren Mannschaften besetzten Neujahrsturnier war man nicht interessiert. Den Dreikönigstag hat man bei der DJK aber nach wie vor reserviert. Aus der Taufe gehoben wurde ein Vereinsturnier, bei dem Frauen und Männer in den verschiedenen, oft gemischten Mannschaften spielen. Das Team Nordstadt muss nun am Donnerstag, 6. Januar, mit dem Team Berliner Platz ebenso die Klingen kreuzen, wie mit der City, den Auswärtigen, der Mannschaft Herbert und den Ballwerfern aus Rielasingen-Worblingen. Am diesjährigen Dreikönigstag hat man ein Jubiläum zu feiern: Zum 25. Male wird das traditionsreiche Turnier gespielt. Stets ist auch ein bisschen Hoffnung zu spüren, dass vielleicht wieder einmal die Elite im Münchried spielt.

 

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